Freiburg (rs) - Aus dem in Berlin stattgefun- denen Gipfeltreffen aller an E10-Beteilig- ten hat Rainer Brüderle (FDP), Bundesminister für Wirtschaft und Techno- logie, nichts ge- lernt! Die Vorgehensweise der Mineralölkonzerne an ihren Tankstellen ist ein klarer (sanktio- nierter, gewollter?) Verstoß gegen den Geist des Benzingipfels der Bundesre- gierung am 08. März. Derzeit führen nur rund ein Viertel von den Tankstellen, die in Deutschland E10 anbieten, Super E5 mit 95 Oktan zu einem fairen Preis. Der Rest bietet als Ersatzsorte nur das wesentlich teurere Super Plus (98
Oktan) an. Die Preisdifferenz zwischen dem alternativ angebotenen Super Plus und E10 liegt im Bundesdurchschnitt mittlerweile bei fast 10 Cent! Eine inakzeptable Situation für die Besitzer nicht E10-tauglicher Fahrzeuge.
Nach Ansicht des ADAC muss der hierfür zuständige Bundesminister dringend für Abhilfe und einen attraktiven Wettbewerb auf dem Kraft- stoffmarkt sorgen. Der Automobilclub fordert, dass Fahrzeugbesitzer bundesweit die Wahl zwischen echtem Super E5 und dem neuen Bio- kraftstoff E10 haben müssen. Eine Kraftstoffsorte, die Millionen Auto- fahrer tanken wollen und müssen, darf dem Markt nicht vorenthalten werden.
Die Mineralölwirtschaft und der Finanzbehörde spekulieren weiterhin, dass möglichst viele frustrierte, bewusst verunsicherte, nicht korrekt informierte Autofahrer den teuren Premium-Kraftstoff tanken, sie da- durch gemeinsam höchste Einkünfte abschöpfen können.
Übrigens: Die EU-Gewaltigen in Brüssel haben in einem Zeitrahmen bis 2020 vorgeschrieben, alternative, umweltfreundlichere Treibstoffe für Motoren aus regenerativen, nachwachsenden Ressourcen zu entwickeln und anzubieten, um so zukünftig vom Erdöl selbst und dessen Förder- länder weitgehendst unabhängiger zu werde. Dabei dachten sie keines- wegs daran, neue Agrar-Abhängigkeiten einzugehen, in dem riesige Monokultur-Anbauflächen in Drittländern in Asien, Afrika, Südamerika etc. geschaffen und von Großkonzernen aufgekauft werden, auf denen Ge- treide, Zuckerrohr etc. ausschließlich zur Treibstoffherstellung (!) und zum Nachteil der heimischen Bevölkerung angebaut werden. Die Verar- beitung zu Ethanol und Vermischung zum E10-Treibstoff wird ausschließ- lich in Erstländern vorgenommen, wohin die Rohstoffe per Schiff, Last- wagen etc. transportiert werden müssen. Lange Weg – hoher Energie- verbrauch, wo bleibt da der von Politikern immer wieder angeführte Umweltschutz?
Alle Automobilhersteller haben spezielle Telefondienste eingerichtet, die über die Verträglichkeit des E 10 Auskunft geben. Auch der ADAC hat dazu unter www.adac.de/e10 eine Liste zusammengestellt.
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Sonntag, den 13. März 2011 um 15:00 Uhr
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