Freiburg (rs) – 10 Prozent oder ca. 4 Millionen Autos in Deutschland dürfen E 10 nicht tanken! Der neue Kraftstoff mit 10 Prozent Ethanolanteil (E 10) wird aus sogenannten „Umweltschutzgründen“ eingeführt, dabei werden dem Kraftstoff nicht wie bisher 5 Prozent sondern 10 Prozent (10) Ethanol beigemengt. Ethanol wird durch alkoholische Gärung aus zucker- und stärkehaltigen, nachwachsenden pflanzlichen Rohstoffen wie Getreide, Mais, Zuckerrüben und -rohr hergestellt und soll Europa von arabischen Erdöllieferanten etwas unabhängiger machen. Dafür werden große, oft sehr fruchtbare
Agrarflächen, auch in weitentlegenen Entwicklungsländern, in Afrika, Asien und Südamerika, die bisher der lokalen, regionalen Nahrungs- mittel-Gewinnung dienten, profitabel an Großkonzerne, zweckentfrem- dend verpachtet, verkauft. "Umweltschonend" auch der Mehrverbrauch, mit E 10 steigt er im Vergleich zu dem bisherigen Kraftstoff mit E 5 um rund 1,5 Prozent. Es lebe die Unvernunft und ´umweltschützende´ Bürograden - „Honi soit qui mal y pense – ein Schelm, der Arges dabei denkt!“ Das kurz zur Geschichte des umweltschonenden E 10!
Der Kraftstoff E 10 wird seit Mitte Februar nun auch in Südbaden an den meisten Tankstellen angeboten und sorgt für große Verunsicherung. Verkehrsexperte Carl Heinz Schneider vom ADAC Südbaden: „Überwie- gend Fahrzeuge, die vor 1990 hergestellt wurden, können mit dem neuen Benzin E 10 Schaden nehmen, weil ihre Kraftstoffleitungen und –dichtungen nicht dafür geeignet sind ... ,“ und macht darauf aufmerk- sam, dass „ ... einige wenige Autos mit Direktbenzineinspritzung aus den Jahren 2002 bis 2006 ebenfalls davon betroffen sind.“
Alle Automobilhersteller haben spezielle Telefondienste eingerichtet, die über die Verträglichkeit des E 10 Auskunft geben. Auch der ADAC hat unter www.adac.de/e10 dazu eine markenspezifische Tabelle zusam- mengestellt.
E 10 wird nach und nach in allen europäischen Ländern angeboten. In Frankreich gibt es ihn bereits flächendeckend unter der Bezeichnung SP95 E10, jedoch sind hier die Beimischungs-Verhältnisse nicht gleichen denen in Deutschland, da es noch keine einheitlichen EU-Spezifizie- rungen gibt. Der ADAC rät grundsätzlich davon ab, außerhalb Deutsch- land E 10 zu tanken. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf den bisherigen Treibstoff mit 98 Oktan (Super) auswichen! Das ist mit allen E 10-tauglichen Fahrzeugen bedenklos möglich.

„Fast zwei Drittel aller Tankstellen sind mittlerweile mit E 10-Tanksäulen ausgestattet, der E 10-Kraftstoff wird durchschnittlich 5 Cent günstiger angeboten als Super Plus, das mit dem bisherigen Ethanolzusatz von 5 Prozent (E5) ausgestattet ist!“ Volker Mattern, Vorsitzender des ADAC Südbaden, rät dringend zum Preisvergleich, denn: „Wir haben mehr als zehn Cent Preisunterschiede festgestellt!“ Mineralölfirmen müssen Strafsteuern bezahlen, wenn sie die geforderte Absatzquote von Ethanol nicht erfüllen. Aus diesem Grunde ist das E 10-Benzin günstiger positioniert als das alte Benzin mit einem Ethanolanteil von 5 Prozent.
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Dienstag, den 22. Februar 2011 um 17:10 Uhr
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