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Kein Abschluss ohne Anschluss

 

Freiburg (rs / ihk) -  - Die baden-württembergische Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick diskutierte am Donnerstag Abend (27. Januar) in Freiburg mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südlicher Oberrhein, der Handwerkskammer (HWK) Freiburg und der Berufsschulen aus der Region über die berufliche Bildung in Baden-Württemberg. In der Region fehlt schon jetzt Nachwuchs im Gastgewerbe und in der Metallbranche.

Sinkendende Schülerzahlen und die mangelnde Ausbildungsreife werden den Fachkräftemangel in den nächsten Jahren noch weiter drastisch erhöhen. "Unsere stark mittelständisch geprägte Region trifft das hart! Wir brauchen nicht nur Ingenieure sondern auch gut ausgebildete Facharbeiter", betonte IHK-Präsident Karlhubert Dischinger. 30 Milliarden Euro Umsatz gingen dem deutschen Mittelstand laut einer aktuellen Studie durch den Fachkräftemangel verloren.

 



Werner Gmeiner (Leiter Berufliche Bildung HWK), IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff, HWK-Vizepräsident Werner Baas, Ministerin Prof. Dr. Marion Schick und IHK-Präsident Karlhubert Dischinger (von links)

"Ein Facharbeiter trägt so viel zum Wohlstand bei wie ein Akademiker", so die Kultusministerin und fordert einen allgemeinen Wandel in der Einstellung über die berufliche Bildung. In der Politik habe man in den letzten Jahren viel dafür getan, die Bildungsoptionen zu individualisieren. Es gelte der Grundsatz ´kein Abschluss ohne Anschluss´. Die Landesregierung habe zudem den Haushalts-Überschuss von 500 Millionen Euro aus 2008 komplett in Bildungsmaßnahmen gesteckt. Bildungspolitik sei auch ein Stück Wirtschaftspolitik, da wirtschaftlicher Erfolg ohne gute Bildung nicht möglich sei.

IHK-Präsident Dischinger und HWK-Vizepräsident Werner Baas forderten die Kultusministerin auf, in Zukunft verstärkt in Bildung und in Maßnahmen der Berufsorientierung zu investieren. Die Wirtschaft übernehme bereits Verantwortung, indem sie zahlreiche Projekte und Aktionen zur Förderung der Ausbildungsreife und Berufswahl organisiert und unterstützt. In der Region haben 40 Prozent aller Schulen eine Bildungspartnerschaft mit einem oder mehreren Unternehmen. Bis Ende des Jahres sollen alle Schulen mit einem Partner aus der Wirtschaft zusammenarbeiten.

„Man muss Kinder und Jungendliche bereits in jungen Jahren auf Berufe neugierig machen, sie an sie heranführen, das gelte besonders im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Die IHK- Südlicher Oberrhein engagiert sich deshalb mit dem Projekt ´Haus der kleinen Forscher´ schon bei den 3- bis 6-jährigen", erklärte Dischinger. Die Ministerin bestätigte den Trend, aktuell seien erstmals mehr Schülerinnen und Schüler an den Kaufmännischen als an den Gewerblich-Technischen Berufsschulen.

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