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Freiburg trauert um Ehrenbürger Eugen Martin


Freiburg (rs) – Eugen Martin - Unternehmer, Mäzen und Stifter, Ehrenbürger der Stadt Freiburg, Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, ist, wenige Tage vor Vollendung seines 85. Lebensjahres, am 15. Dezember 2010, nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Am 28 Dezember wäre Eugen Martin 85 Jahre geworden.

 

Mit Eugen Martin verliert Freiburg eine der prägenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Stadt. Er war ein erfolgreicher Unternehmer, der sein Vermögen in eine Stiftung für soziale und kulturelle Projekte eingebracht hat. Über viele Jahre bekleidete er Ämter in Wirtschaftsverbänden, unter anderem als Präsident und späterer Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer Freiburg. Insgesamt zwölf Jahre gehörte er für die FDP dem Freiburger Gemeinderat an. Zahlreiche Einrichtungen und Projekte tragen seine Handschrift und wären ohne seine persönliche Unterstützung nicht möglich geworden. Zu ihnen gehören, neben vielen anderen Vorhaben, die aufwändigen Sanierungs- und Restaurierungs-Arbeiten am Freiburger Münster, die Restaurierung des Rathauses, die Instandsetzung und Reparatur von Spielplätzen über mehrere Jahre durch die von ihm und seine Frau Ingrid ins Leben gerufene Initiative „Für die Kinder unserer Stadt“. Die von Eugen Martin begründete Stiftung, die seinen Namen trägt, ist nach den kommunalen Stiftungen die größte Freiburger Stiftung.


Die Förderung und Unterstützung von jungen Künstlern oder von Nachwuchskräften in der Wirtschaft lag ihm am Herzen. Das Bild zeigt ihn mit seiner Frau vor wenigen Wochen bei der Verabschiedung von Jungkoch Jonah Ullrich in der IHK Freiburg, dem er den Aufenthalt in Neuseeland für ein Jahr als „Botschafter der Badischen Küche“ ermöglichte.

Für die Stadt und die Freiburger Bürgerschaft würdigt Freiburgs Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon Eugen Martins Lebenswerk: „Wir trauern um eine außergewöhnliche Persönlichkeit mit einem großen Herzen, um einen Freund und Förderer der Stadt und um einen Mann von ansteckender Lebensfreude und Optimismus. Er hat Freiburg reichlich von dem zurück gegeben, was er mit Fleiß, unternehmerischem Geschick und auch mit Glück in seinem Leben erworben hat. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie, an erster Stelle Ingrid Martin.“

Eugen Martin wurde am 28. Dezember 1925 in Freiburg als Sohn eines Polizeibeamten geboren. 1953 gründete er aus kleinsten Anfängen eine Handelsfirma für Industrie- und Spezialreinigungsmittel, die zu einem erfolgreichen Unternehmen und zum Marktführer wurde. Nach seinem Rückzug aus der Unternehmensführung rief Eugen Martin eine, mit einem zweistelligen Millionenbetrag als Stiftungsvermögen ausgestattet Stiftung ins Leben, aus deren Ertrag zahlreiche Vorhaben finanziert werden. Insbesondere die Freiburger Münsterbauhütte verdankt ihm vielfältige Unterstützung bei großen Restaurierungsabschnitten. Martin hat die Stiftung „Pro Europa“ ins Leben gerufen, die jährlich hochrangige Auszeichnungen für Verdienste um die europäische Zusammenarbeit verleiht.

Im Deutschen Industrie- und Handelskammertag war Eugen Martin Vorsitzender des Mittelstandsausschusses und Mitglied des Mittelstandsbeirats des Bundeswirtschaftsministeriums. Er gehörte 1985 zu den Gründern und Vorstandsmitgliedern der Freiburger Regio-Gesellschaft und war Gründungsvorsitzender des Internationalen Beirats für den Euro-Airport Basel-Mulhouse-Freiburg. Eugen Martin war ein wichtiger Motor der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und der Kooperation der Universitäten und Hochschulen am Oberrhein.
2007 zeichnete der Bundespräsident ihn mit dem Großen Bundesverdienstkreuzkreuz aus.

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