Staufen (rs) - Die Häuser Staufens im Breisgau melden sich zu Wort. Am 01. Dezember wurden die ersten roten Streifen über die Risse an den Fassaden der Häuser in der Staufener Altstadt angebracht, die durch die Hebung des Untergrundes beschädigt wurden und werden.
Der untergründige Hebevorgang konnte zwar etwas verlangsamt, aber noch nicht gestoppt werden und er könnte noch Jahre andauern.

Die Zeitlupen-Katastrophe wurde durch Geothermie-Bohrungen hinter dem historischen Rathaus im Kern der Altstadt ausgelöst. Sie sollte dazu dienen, das Gebäude umweltfreundlich mit Erdwärme zu versorgen. Durch das Eindringen von Grundwasser in eine angebohrte Anhydritschicht im Untergrund wurde eine chemische Reaktion ausgelöst und es bildete sich ein Gipskeuper, aufquellender Gips, der für die Bodenhebungen verantwortlich gemacht wird. Derzeit sind über 200 Gebäude durch die anhaltende Erdhebungen, derzeit 30 Zentimeter!, beschädigt. Die roten Tapes an den betroffenen Gebäuden sollen Aufmerksamkeit wecken, auf die Vielzahl der Beschädigungen hinweisen und damit die aktuelle Solidaritätskampagne "Stiftung zur Erhaltung der historischen Altstadt Staufen" ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rufen.

Überall erhalten die Risse an den Gebäuden rote Tapes mit der Aufschrift „Staufen darf nicht zerbrechen!” Damit wird das Leitmotiv der Kampagne, der Staufenkrug mit Riss, der durch drei rote Tapes zusammengehalten wird, in die Wirklichkeit übertragen. Unter www.staufen.de weitere Infos.
Freitag, den 03. Dezember 2010 um 11:14 Uhr
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