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CO2-Emissionen im Gebäudebestand um 41 Prozent reduziert

Freiburg (kf) - Gebäudemanagement Freiburg (GMF) legt Energiebericht 2009/2010 vor:
Heizenergie um rund 43 Prozent eingespart (trotz Flächenzuwachs im Vergleich zum Basisjahr 1990)

Auf verschiedenen Feldern arbeitet die Stadtverwaltung tagtäglich an dem Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen um 40 Prozent zu reduzieren. Ein wichtiger Teilbereich ist nach dem aktuellen Energiebericht des Gebäudemanagements Freiburg (GMF) auf erfolgreichem Weg: Das Gebäudemanagement hat in Bezug auf das Basisjahr 1990 - unter Berücksichtigung des Flächenzuwachs um 81.000 m2 - die CO2-Emissionen um 41,1 Prozent senken können. Was den Heizenergieverbrauch angeht, hat das GMF bezogen auf die Fläche von 1990 bis 2009 eine Reduktion um rund 43 Prozent erreicht. Die Vorgabe des Gemeinderats, bis 2015 den Heizenergieverbrauch um die Hälfte zu senken, wird - bei entsprechender Weiterführung des bisherigen Programms - bis dahin erfüllt. Zu diesen Ergebnissen kommt der Energiebericht 2009/2010, der dem Gemeinderat nun vorgelegt wurde. Für die zuständige Bürgermeisterin zeigt der Bericht: „Wir sind, was unsere städtischen Gebäude angeht, auf bestem Weg, unsere Klimaschutzziele zu erreichen: Die Vorgabe, 40 Prozent CO2 bis 2030 einzusparen, hat das Gebäudemanagement jetzt schon übertroffen.“ Auch die Einsparung bei der Heizenergie um aktuell rund 43 Prozent gebe den Hinweis, dass bis in fünf Jahren die 50 Prozent-Marke auf jeden Fall erreicht werden könne. Aus dem Bericht geht weiterhin hervor, dass der Stromverbrauch in Gebäuden um knapp 9 Prozent und der Wasserbrauch um rund 53 Prozent verringert werden konnte (jeweils bezogen auf die Fläche).

Grundlage für den Erfolg des GMF sind die schon seit Jahren anspruchsvollen Baustandards der Stadt Freiburg, die regel- mäßig auf den neusten Stand fortgeschrieben werden. Eine der wichtigsten Vorgaben ist, dass für Neubauten die Passivbauweise und bei Sanierungen die Verwendung von Passivhauselementen gilt. Für energetische Sanierungen gelten die im August 2007 beschlossenen verbindlichen Energieleitlinien. Weitere Standards und Ziele setzt die diesjährige Beschlussfassung des Gemeinderates, wonach das Gebäudemanagement 50 Prozent der Heizenergie – im Vergleich zu 1992 – bis 2015 einsparen und den Stromverbrauch –trotz steigender Ansprüche und Technisierung der Gebäude – konstant halten soll. Derzeit sammelt das GMF erste Erfahrungen mit dem Bau eines Plusenergiehauses bei der Kita Urachstraße. In Zukunft soll bei jedem Neubauprojekt geprüft werden, ob ein Plusenergiehaus realisiert werden kann. „Mit diesen Standards geht die Stadt Freiburg weit über gesetzliche Vorgaben hinaus und wird auch weiterhin die Standards verbessern.

Besonderes Augenmerk ist auf den Stromeinsatz in den städtischen Gebäuden gerichtet. Hier gibt es eine Vielzahl von Optimierungen: hocheffiziente Lüftungsanlagen, stromsparende Beleuchtungen bis hin zu den einzelnen elektrischen Geräten. Bei dem Projekt „Lernende Organisation“, in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Energieagentur KEA, hat sich gezeigt, dass durch eine noch intensivere Betreuung des Betriebes der Gebäude ein Einsparpotenzial von gut 10 Prozent zusätzlich zu erzielen ist. Das operative Energiemanagement wurde daraufhin verstärkt, denn auch modernste Energiespar-Technik muss zielgerichtet angewendet werden können.

„Ein weiterer Grund für die guten Ergebnisse ist sicherlich, dass wir seit 2006 direkt für die Hausmeister in den Gebäuden zuständig sind. Sie sind es nämlich, die die technischen Anlagen vor Ort betreuen und die deshalb besonders wichtig sind,“ so Johannes Klauser, Leiter des GMF. Schulungsmaß- nahmen und intensive Betreuung der Hausmeister seien weiterhin Teil der Strategie zum Energiesparen in den Gebäuden. Bereits seit elf Jahren trägt auch das Fifty-Fifty-Projekt an Freiburger Schulen zur Energieeinsparung bei. Das Projekt zeichnet sich zudem durch seinen hohen pädagogischen Effekt aus, denn informierte und aktive Schülerinnen und Schüler wenden ihr Energiesparwissen auch daheim an.

Trotz der erfolgreichen Strategien des GMF beim Energiesparen, sind die Gesamtkosten für Energie und Wasser von 1990 bis 2009 nicht gesunken; sondern aufgrund der immer weiter steigenden Preise um 76 Prozent gestiegen. Preistreiber war dabei die Heizenergie, für die die Stadt im Jahre 1990 1,41 Millionen Euro ausgeben musste und im Jahr 2009 bereits 4,12 Millionen Euro. Trotzdem profitiert die Stadt auch langfristig von den Maßnahmen zur Reduzierung von Energieverbräuchen, da sich die Energiekosten weiter nach oben entwickeln werden und der Kostenanstieg durch die Energieeinsparung deutlich begrenzt wird.

Abschließend kommt Bürgermeisterin Gerda Stuchlik angesichts des neuen Energieberichts zu dem Fazit: „Wir haben in Freiburg die richtigen Strategien beim Gebäudemanagement eingeschlagen und zwar schon vor mehreren Jahren. Der Gemeinderat und die Verwaltung haben erkannt, dass der stadtpolitische Schwerpunkt Schul- und Gebäudesanierung vorbildlich und wegweisend zur CO2-Reduktion und zu Energieeinsparungen beiträgt. Die Früchte können wir nun ernten.“ Mit Verweis auf das in den nächsten Jahren vorgesehene Sanierungsprogramm des GMF würde auch jede einzelne Sanierung künftig die CO2-Bilanz der Stadt weiter verbessern und beim Energiesparen helfen.

Das Gebäudemanagement Freiburg ist für sämtliche Verwaltungs- und Schulgebäude, Kinder- und Jugendeinrichtungen sowie die sozialen und kulturellen Einrichtungen - zirka 470 Gebäude, ohne die städtischen Wohnungen - zuständig. Der Bericht analysiert die erhobenen Verbrauchs- und Kostendaten für diese Gebäude. Die daraus berechneten spezifischen Kennwerte geben Auskunft über den derzeitigen energetischen Zustand der Gebäude und sind damit eine wichtige Grundlage für Sanierungskonzepte, Förderanträge und Controlling Aufgaben. Der letzte Energiebericht war für die Jahre 2006/2007 erstellt worden.

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