Sie sind hier: Startseite Lebensart Kunst & Kultur Day 6 - Alles ist möglich, sogar VIP-Parties

Day 6 - Alles ist möglich, sogar VIP-Parties

Freiburg (js) - Wenn man weiß, wie das mit den "Invitations" geht, dann steht auch einer Privatparty im Carlton, dem besten Hotel an der Croisette, nichts mehr im Wege. Tim und Adrian wissen, wie es geht.

Cannes ist berühmt für seine vielen Filmpremieren. Aber wenn man einmal etwas "tiefer in das Glas" schaut, ist das eigentlich Interessante und Aufregende bei den Filmfestspielen das, was hinter den Kulissen abläuft: Die After-Show-Partys. Es ist quasi eine Unmöglichkeit, als nicht VIP so eine Party zu besuchen. Jeder will dort hin, aber nur die aller wenigstens schaffen es.

Ich hatte eine zufällige Begegnung mit einem gewissen David G., was mir den Zugang ermöglichte.
Bei unser täglichen Beschäftigung, dem ''Kino-Karten-Ergattern'' fragte ich wie gewohnt viele verschiedene Leute nach Tickets für Filme.
Zwölf Absagen später kam ich mit einem Mann ins Gespräch, der auch noch zufällig Deutscher war. Er erzählte von seiner Tätigkeit als Chefmanager in Cannes und seinem hochgestellten ''Badge'' (eine Zugangskarte für alles) . Ich wollte ihm die Geschichten mit Brad Pitt, Johnny Depp und Jodi Foster zuerst nicht glauben, aber ich fing an ihm zu vertrauen und begann ein interessantes Gespräch mit ihm. Er hatte tolle Stories auf Lager, die meistens von ihm und irgendwelchen Stars handelten.
Irgendwann begann er von so genannten '' After-Show-Partys'' zu erzählen und berichtete von Partys mit nur geladenen Gästen, von exklusiven Locations (Yacht, Carlton Hotel, Strand-Villa) , und von der Möglichkeit, kostenlos die leckersten Getränke meiner Vorstellung zu trinken.

Ich hatte nach diesen Worten nur ein Gefühl des puren Neids und konnte nicht anders, als ab und zu ein WOW von mir zu geben.
Sobald ich dachte, er mache eine längere Redepause, zischte ich mit einem ''ehm…''  dazwischen. Er darauf '' Ja?''
Ich formulierte eine Bitte und Frage zugleich, die auf ''darf ich bitte mal dahin mitkommen?'' hinaus lief.
Mein Gemüt war sehr aufgewühlt und mein Herz pochte so wie noch nie, als er meine Frage bejahte.
Sofort gab er mir seine Kontaktdaten.

Wir schreiben den 20. Mai- ein unvergesslicher Tag und Abend.
Nach dem Adrian und ich in dem neuen Film von Sean Penn ''There must be the place'' waren, bekam ich eine SMS von meinem neuen Kontakt David G., in der er einige Parties aufzählte, die heute Abend steigen würden:
Strand-Partys, Villen-Partys, Yacht-Partys  - und er erzählte von einer Party im Carlton Hotel, die beste Adresse an der Croisette (Straßen am Meer mit den besten Hotels).
Ich war sehr skeptisch zu diesem Zeitpunkt, denn ich hatte erwartet, dass er mich mitnehmen würde und nicht nur die Partys aufzählen würde.
Aber nun gut, wir zwei gingen also los und klapperten die Partys ab und waren ziemlich enttäuscht, denn ohne Einladung geht hier nichts.
Das hatten wir natürlich nicht erwartet. Wir konnten nicht verstehen was David G. sich dabei gedacht hatte, uns nur solche Partys aufzuzählen.

Wir gaben aber nicht auf. Eine letzte Adresse fehlte noch: Das Carlton Hotel. Das Carlton Hotel ist, denke ich, vergleichbar mit dem Hilton. Es fahren ausschließlich nur Limousinen von Rolls Roys oder Bentley vor.
Ein Riesenpalast für die Schönen und Reichen. Allein vor dem Hotel sichteten wir vier Sicherheitsmänner.
Nun standen wir vor einem der zentral gelegensten Hotels in Cannes. Außerhalb jeder von uns vorstellbarer Preisklasse. Was sollten wir tun?
Wir dachten: Hier ist vielleicht eine echt coole Party, auf die wir wahrscheinlich sowieso nicht kommen würden. Aber egal.
Wir marschierten in unserer Abendkleidung (Anzug, Fliege, Weste etc. ) auf das  Hotel zu. Wir peilten den Eingang an, der von zwei "Securities" bewacht wurde.

Brust raus, Bauch rein, und siehe da: sie machten einfach Platz.

Wir waren nun drin. Im Carlton Hotel. In der Lobby, die schicker eingerichtet war als manches Luxus-Möbelkaufhaus.
Wo ist nun die supertolle Party? Uns war ein dickes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Nervös wurden wir auch noch: "Was wenn einer vom Hotel unsere Hotelkarte sehen will?
Aber weiter ging's. Los zu dem nächsten wichtig aussehenden Mann und auf französisch nach einer Party gefragt. Auf Anhieb wurden wir in die richtige Richtung geleitet und gingen einen langen Gang entlang. Nach gefühlten fünf Minuten kamen wir vor einem Eingang an, in den ein roter Teppich führte.
Da war sie: Eine echte VIP-Party.  Wir nahmen unseren Mut zusammen und beschlossen einfach durch zu gehen.
Unser Herz pochte wie verrückt und unsere Knie zitterten. Wir waren nicht komplett positiv gestimmt, denn wir wurden schon so oft heute abgewiesen. Der Eingang kam näher und näher. Der rote Teppich, auf dem wir liefen war aus Samt, und fühlte sich sehr weich an.
Es war klar - da saßen zwei Türsteher. Ich flüsterte zu Adi: ''Einfach weiter gehen!''
Das taten wir auch, wir nickten den zwei Männern kurz zu und liefen an ihnen vorbei. Sie musterten uns, blieben aber sitzen.

Wir gingen weiter. Wir kamen in eine absolute relaxt eingerichtete Lounge herein. Hinten spielte Livemusik, Klavier und Gesang.
Rechts war eine Cocktailbar. Draußen ging es noch weiter auf eine Hinterhof-Terasse, die nicht größer und luxuriöser eingerichtet hätte sein können...
Auf einmal kam ein wichtig aussehender Mann auf uns zu. Wir überlegten uns schon mal den Fluchtweg für den Fall der Fälle, als er nun den Mund öffnete waren wir sehr überrascht.
Er fragte uns auf englisch, ob wir einen Wunsch hätten, und ob er uns etwas zu Trinken bringen dürfte. Wir sagten hier natürlich nicht Nein. Zwei Minuten später wurden uns jeweils ein Glas Champagner gebracht, der meiner Meinung nach extrem teuer war. Die Flaschen sahen aus, als würde man sie nicht unter 300 € bekommen.

Wir saßen also nun im Hinterhof des Carlton Hotels mit ausschließlich prominenter Besetzung und tranken Champagner.
Dem war aber nicht genug. Wir wurden von gefühlten dreißig Menschen angesprochen, die wissen wollten, was wir machten und warum wir hier seien.
Was wir sagten, war nie ganz gelogen, aber auch nicht immer ganz die Wahrheit:
Adi war ein Schauspieler und ich ein Regisseur. Wir erzählten, dass wir Kurzfilme drehen würden und in Cannes sind, um Inspirationen zu bekommen und Kontakte zu knüpfen.

Apropos Kontakte: Wir lernten tolle Leute kennen, z.B. eine französische Komödiantin, die auch schon in Dresden gespielt hatte,  einen Regisseur, dessen Filme auch hier in Cannes laufen und noch viele andere.
Als die Cocktailbar aufmachte und wir uns mit unseren neuen ''Freunden'' gut verstanden war alles perfekt.
Wir tranken Cocktails, die schmeckten als seien sie direkt aus Hawaii importiert und redeten mit Leuten, die sonst abgeschirmt auf dem roten Teppich liefen.

Ein Gefühl der Glückseligkeit kam in uns auf, aber leider auch ein Gefühl der Trauer, als der Barkeeper uns sagte, es sei Schluss für heute….

Ein unvergesslicher letzter Abend.
Tim Hamann

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Werbung

Letzte Kommentare

BFN.TV - Team

 
 
Banner