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Cannes: erster Tag bei den Filmfestspielen

Freiburg (js) - Gleich am ersten Tag ging es schon um 8 Uhr los: „Le choix (Choice)“ und „Beautiful Kate“ in einem Kinosaal ganz in der Nähe unserer Appartements.

Auch wenn wir unsere Akkreditierung noch nicht hatten, durften wir uns sogleich in der VIP Reihe anstellen!

 

Hier eine kurze Inhaltsangabe beider Filme:

1) „Le choix“: Es handelte sich um James, einen jungen Erwachsenen, der erste Erfahrungen mit Frauen und der Liebe macht. Zum Einen gibt es die Mitschülerin Jenny und zum Anderen seine Freunde, die mit ihm ein Bordell besuchen. (Neuseeland)

2) „Beautiful Kate“: Hierbei handelt sich um Ned, der mit seiner neuen und sehr viel jüngeren Verlobten, Toni, in sein Heimatoort zurückkehrt. Dort kümmtert sich seine jüngere Schwester, Sally, um ihren im Sterben liegenden Vater Bruce. Die Vergangenheit holt Ned ein: die schlimmen Erinnerungen an seine zwei Geschwister, Cliff und Zwillingsschwester Kate, holen ihn ein. Beide starben vor vielen Jahren. Nun konfrontieren ihn die Erinnerungen an all das, was damals geschah - und führen zu heftigen Diskussionen mit seiner Verlobten und Bruce.(Australien)

 

Beide Filme sind spannend, gut gedreht und angenehm zu schauen - einfache Kameraeinstellungen, die alles authentisch wirken lassen und alles logisch mit zu verfolgen ist. Beide waren jedoch inhaltlich „schwer zu verdauen“, da es sich um Themen wie zum Beispiel „Geschwisterliebe“ handelte, und für „zarte Gemüter“ nicht zu empfehlen. Unserer Meinung nach, sollten beide Filme nicht unter 16 Jahren gezeigt werden - sind aber dennoch empfehlenswert!!! ;)

 

Nach einem kurzen und schnellen Mittagessen ging es weiter zu dem Center der Filmfestspiele, wo wir unserer Akkreditierungen erhielten. Daraufhin standen wir in einer langen Reihe an, um in einen weiteren Film zu kommen - leider war es so, dass nur die Hälfte von uns reinkam, da Presse und VIPs Vorrang haben. Während die einen im Kino saßen, spazierten wir in Cannes etwas umher und machten uns dann auf den Rückweg zu unseren Appartements, wo wir uns an den Swimming Pool in die Sonne legten zum Erholen. Für einen Spaziergang blieb noch Zeit: wir liefen den Kai am Meer entlang und betrachteten die Yachten der „Schönen und Reichen“ und genossen den Sonneruntergang.

 

Am Abend dann hatten wir vor in eine Premierenvorstellung zu gehen, d.h. wir mussten uns Karten erst noch „erkämpfen“ bzw. erfragen. Wir stellten uns in unserer Abendgarderobe vor den Eingang und sprachen die Leute an, die eventuell noch Karten übrig hatten. Diese Karten waren für uns nicht käuflich, sondern nur auf diesem Weg erhältlich. Also standen wir nun da und kamen uns etwas fehl am Platz vor... aber wir versuchten es und hatten Glück: zwei Karten für die Vorstellung von „The Artist“ um 19.30 Uhr. Das lustige hierbei war, dass auch wir - sobald wir die Karten in der Hand hatten - von anderen Menschen nach weiteren gefragt wurden. Als wir dann an den Security Leuten vorbei waren, ging es in Richtung Palais de Festival, wo der Film gezeigt wurde. Zu unserer Überraschung, durften wir sogar über den roten Teppich laufen, was natürlich ein Wahnsinns-Erlebnis war. Überall am Rande des gut 20-30 Meter langen Teppichs standen Fotografen und Schaulustige. Wir fühlten uns fast schon wie richtige Stars.

 

Als wir dann in dem riesengroßen Kinosaal saßen, sahen wir auf der Leinwand den roten Teppich, über welchen gerade die Schauspieler des Films gingen. Als auch diese dann auf ihren Plätzen saßen ging es los. Der Film spielt um 1930 herum, ist also ein schwarz-weißer Stummfilm gewesen, aber mit heutigen Mitteln im letzten Jahr gedreht. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich am Anfang etwas skeptisch war, hat mir der Film wirklich gut gefallen. Es ist ein lustiger, aber auch realistischer Film, über einen Schauspieler, welcher während der Wende zwischen Stummfilm und Filmen mit Ton erlebt, wie es ist von ganz oben nach ganz untern zu fallen. Besonders gut gefiel mir persönlich die Hintergrundmusik und der Umgang mit den Hintergrundgeräuschen. Alles in allem ist ein wirklich sehenswerter FIlm, und man sollte sich nicht davon abhalten lassen, dass es ein Stummfilm ist! Um 22 Uhr gab es dann wieder eine Premierenvorstellung. Diese war sehr gut verflimt, doch der Spannungsbogen war nicht sehr weit gespannt worden. „Le gamin au vélo“.

 

Am Ende des Tages, d.h. um 2 Uhr des nächsten Tages, sitzen wir hier in der Lobby, schreiben diesen Text und ruhen unsere schmerzenden Füße aus - den ganzen Tag Absatzschuhe ist zwar ein Hochgefühl, aber auch schmerzhaft! ;D Im Ganzen war es ein wunderbarer Tag mit vielen neuen Erfahrungen und Ideen.

 

 

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