Freiburg (af) - Wenn ein Notfall passiert, muss es schnell gehen. In maximal zwei Minuten ist die Besatzung des Freiburger Hubschraubers in der Luft. Allein im Jahr 2010 wurde der Hubschrauber der DRF Luftrettung zu 1.161 Rettungseinsätzen alarmiert.
Der Freiburger Hubschrauber wird in der Notfallrettung als schneller Notarztzubringer und für den schonenden Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken eingesetzt. In den vergangenen zwölf Monaten startete „Christoph 54“, so sein Funkrufname, zu 713 Notfalleinsätzen und führte 448 Intensivtransporte durch. Zu seinen häufigsten Einsatzgründen zählten im vergangenen Jahr neurologische und internistische Erkrankungen: Es wurden beispielsweise 145 Schlaganfall- und Herzinfarktpatienten schnell und schonend zwischen Kliniken transportiert. Verunglückte Motorradfahrer, Badeunfälle, verletzte Sportler – im Bereich der Notfallrettung war der rot-weiße Hubschrauber außerdem regelmäßig bei Freizeitunfällen im Einsatz.
Ralf Mewes, Rettungsassistent in Freiburg, blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2010 zurück: „Zu Beginn des Jahres waren wir bei einem schweren Skiunfall im Einsatz. Ein Langläufer war auf einem entlegenen Abschnitt des Skiwanderwegs Wieden-Schönau gestürzt und hatte sich einen Beckenbruch zugezogen. Nach der notärztlichen Versorgung vor Ort flogen wir den Mann innerhalb weniger Minuten in eine Klinik. Gerade bei solchen Verletzungen ist eine schnelle klinische Versorgung wichtig, weil Beckenbrüche oft mit hohem Blutverlust verbunden sind. Und auch ein Einsatz im Sommer ist mir in besonderer Erinnerung geblieben. Im Mai war ein Traktorfahrer an einem Hang ins Rutschen geraten und hatte sich mehrere Male überschlagen, bis er in einem Teich zum Stehen kam. Während die Feuerwehr den Teich leer pumpte, versorgte unser Notarzt den Patienten bereits medizinisch. Nach der Befreiung des Mannes flogen wir ihn in nur acht Minuten in eine Klinik.“
Von 8.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang ist der am Flugplatz Freiburg stationierte Hubschrauber der DRF Luftrettung täglich einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt. Einsatzorte im Umkreis von 50 Kilometern kann „Christoph 54“ in maximal 15 Minuten erreichen. Transporte von Intensivpatienten zwischen Kliniken werden über den Schwarzwald bis hin zum Allgäu durchgeführt.
In Baden-Württemberg sind neben „Christoph 54“ in Freiburg sechs weitere Hubschrauber der DRF Luftrettung stationiert, in Friedrichshafen, Karlsruhe, Leonberg, Mannheim, Stuttgart und Villingen-Schwenningen. Zusammen leisteten sie rund 23 Prozent aller Einsätze der DRF Luftrettung im Jahr 2010 (8.664 von 36.900 Einsätzen). Damit war Baden-Württemberg im vergangenen Jahr das einsatzstärkste Bundesland der DRF Luftrettung.
Die DRF Luftrettung
2010 setzte die DRF Luftrettung an 31 Stationen in Deutschland, Österreich und Dänemark rund 50 Hubschrauber für die Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Rund 500 Notärzte, 260 Rettungsassistenten, 170 Piloten sowie 70 Techniker sind für die DRF Luftrettung insgesamt im Ein-satz.
Zur Finanzierung ihrer Arbeit ist die gemeinnützig tätige Organisation auf die Unterstützung von Förderern angewiesen. Um Förderer zu gewinnen, gehen in vielen Orten Beauftragte von Tür zu Tür, um über die Arbeit der DRF Luftrettung zu informieren. Sie sammeln an den Haustüren kein Geld, tragen Dienstkleidung und können sich ausweisen. Fragen zur Fördermitgliedschaft beantwortet das Service-Team des DRF e.V. auch gerne telefonisch: Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr, Telefon: 0711-70072211.
Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 17:19 Uhr
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